Partnerstory

Ausbau der S-Bahn
im Knoten Köln

Der Großraum Köln wächst seit Jahren. Die steigenden Einwohnerzahlen und die ausgeprägten regionalen Verflechtungen führen zu immer stärkeren Verkehrsbelastungen, auf den Straßen und auch auf der Schiene. Mit dem Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln wollen das Land Nordrhein-Westfalen, der Nahverkehr Rheinland (NVR) und die Deutsche Bahn gemeinsam mit den beteiligten Partnern für eine moderne, metropolengerechte Mobilität in einer der attraktivsten Großstädte Deutschlands sorgen. Im Februar 2019 unterzeichneten die Projektpartner mehrere Planungsvereinbarungen für den Bau der Westspange, zum Ausbau des Kölner Hauptbahnhofs und der S 11. Das Land NRW und NVR finanzieren die Planungen mit rund 100 Millionen Euro.

In mehreren Schritten zu mehr Leistungsfähigkeit

Der notwendige Ausbau der S-Bahn erfolgt in mehreren Stufen. Eine Kernmaßnahme ist der Ausbau der S 11 zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach für einen 10-Minuten-Takt. Die Bahnhöfe Köln Messe/Deutz und Köln Hauptbahnhof sollen um jeweils zwei weitere Gleise erweitert werden. Darüber hinaus ist ein neuer Haltepunkt in Köln-Kalk West geplant, um ein hier entstehendes neues Stadtquartier an das S-Bahnnetz anzubinden.

Als weiterer wichtiger Baustein soll die Regionalbahn RB 38 („Erftbahn“) elektrifiziert und zu einer vollwertigen S-Bahn ausgebaut werden. Ziel ist es, einen 20-Minuten-Takt anzubieten und mehr umsteigefreie Verbindungen zu schaffen.

Zu diesem „Ergänzungspaket“ gehören darüber hinaus die Errichtung eines neuen Haltepunktes Berliner Straße in Köln-Mülheim und der Neubau von Weichen im Bereich Köln-Müngersdorf/Technologiepark. Langfristiger Plan ist, die S-Bahn bis 2030+ zu einem S-Bahn-Netz auszubauen, das Köln und die Region gut und schnell vernetzt. Insgesamt neun S-Bahn-Linien sollen für optimale Bedingungen in der Region sorgen.

Die Öffentlichkeit kann von Beginn an mitreden 

Eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit soll zu einem effizienten und zeitnahen Ausbau der S-Bahn beitragen und sicherstellen, dass die Anregungen von Betroffenen und Fachleuten Eingang in die Planung finden.

Die Öffentlichkeit kann im Rahmen eines Online-Dialogs sowie bei Infomessen vor Ort ihre Anregungen einbringen. Der offene und transparente Dialog mit Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden ist ein weiterer fester Bestandteil der Öffentlichkeitsbeteiligung. Regelmäßige Arbeitskreise, Treffen mit Naturschutzbehörden und -verbänden sowie mit der Politik oder Akteurswerkstätten begleiten diesen Prozess. Alle eingehenden Anregungen werden von den beteiligten Planern gesichtet, bewertet und auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft.

(copy 1)

„Wir müssen Gas geben und den Fahrgästen schnell mehr Qualität auf der Schiene bieten. Dazu ist es wichtig, die Menschen von Anfang an mitzunehmen und in die Planung einzubeziehen. So lässt sich erreichen, dass wir das Projekt im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gestalten, eine hohe Akzeptanz erzielen und zu einer effizienten Umsetzung kommen."


Dr. Norbert Reinkober,
Geschäftsführer Nahverkehr Rheinland GmbH & Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH.

(copy 2)

Mehr Gleise für
eine höhere Taktung

Im Zuge des S-Bahn-Ausbaus im Knoten Köln werden die Gleiskapaziäten an den beiden zentralen Bahnhöfen Köln Hauptbahnhof und Köln Messe/Deutz erweitert. Das ermöglicht eine höhere Taktung macht den Betriebsablauf zuverlässiger und vermindert Wartezeiten auf der Hohenzollernbrücke.

Dialog liefert viele hilfreiche Hinweise

Der Ausbau der S 11 für einen 10-Minuten-Takt zwischen Köln-Worringen und Bergisch Gladbach stellt einen ersten wichtigen Schritt hin zu einem leistungsfähigeren S-Bahn-Netz im Knoten Köln dar. Eine frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit schon während der Vorplanung soll eine gelungene Umsetzung sicherstellen. Die Öffentlichkeit konnte sich online und bei Infomessen mit ihren Anregungen einbringen und machte davon rege Gebrauch.

Wie denken die Menschen im Großraum Köln über den Ausbau der S 11? Was halten sie vom Bau eines neuen Haltepunktes Köln-Kalk West? Und wie stehen sie zu den geplanten Umbaumaßnahmen am Kölner Hauptbahnhof und am Bahnhof Köln Messe/Deutz? Das wollten die Projektpartner wissen und starteten eine umfassende Öffentlichkeitsbeteiligung. Ziel ist es, die Bürgerinteressen noch weit vor der gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligung in den Planfeststellungverfahren zu berücksichtigen.

Die Rückmeldungen sollen dann bei der weiteren Ausgestaltung des Vorhabens direkt in das Projekt einfließen. Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst: „Bei großen Infrastrukturprojekten wollen wir die Menschen frühzeitig von deren Nutzen überzeugen und sie auch bei der Umsetzung aktiv einbeziehen.“   

Konstruktiv und lösungsorientiert 

Online mitreden konnten Interessierte über eine Dialogplattform auf der Webseite des Projekts Kölner Knoten. Direkte Gespräche mit Vertretern der Projektpartner und insbesondere mit den Planern waren bei zwei Infomessen in Köln und Bergisch Gladbach möglich. Rund 650 Bürger besuchten die beiden Infomessen, hinzu kamen mehr als 300 Kommentare im Online-Dialog.  

Die Projektpartner zogen am Ende ein positives Fazit der Öffentlichkeitsbeteiligung. „Wir freuen uns über die vielen hilfreichen Rückmeldungen zum Projekt“, bewertete Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Nahverkehr Rheinland, die Ergebnisse. „Das Gespräch vor Ort und die Kommentare im Internet haben uns gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen den Ausbau der S-Bahn im Knoten Köln begrüßt. Zugleich haben wir viele wertvolle Hinweise erhalten, worauf wir bei der weiteren Planung achten müssen.“

Besonders erfreulich war: Die Diskussion verlief sehr sachlich, konstruktiv und lösungsorientiert. „Unsere Planer arbeiten intensiv an bestmöglichen Lösungen für ein modernes und zukunftsfähiges S-Bahn-Netz im Großraum Köln“, sagt Bernd Köppel, Leiter Großprojekte West der DB Netz. „Mit ihren Erfahrungen haben uns die Bürgerinnen und Bürger bei einer schnellen und erfolgreichen Umsetzung unterstützt.“